Übersicht der Wichtigsten Katzenkrankheiten

Impftabelle für Krankheiten

Erreger Grundimmunisierung Wiederholung Auffrischung
Katzenseuche 8. bzw. 12. Woche jährlich
Tollwut 12. Woche jährlich
Katzenschnupfen 8. bzw. 12. Woche jährlich
Leukose 8. bzw. 12. Woche nach 2 – 4 Wochen jährlich
FIP Feline Infektiöse Peretonitis 16. Woche nach 4 Wochen jährlich

 

Katzenseuche (Panleukopenie)

Der älteste Impfstoff, den wir haben, bekämpft die Panleukopenie, eine Form der infektiösen Enteritis. Diese sehr schwere Viruserkrankung kann in kurzer Zeit zum Tod führen. Der äußerst aggressive Erreger befällt vor allem junge Katzen, weshalb die Impfung von größer Wichtigkeit ist; für die späteren Jahre hingegen stellt die Erkrankung kaum noch eine Gefahr dar, da bei regelmäßiger Impfung ausreichender Schutz besteht.

 

Katzenschnupfen

Anders verhält es sich mit dem Katzenschnupfen, welche Bezeichnung insofern nicht korrekt ist, als er oft sehr viel schwerere Formen annehmen kann als der menschliche Schnupfen und zudem nicht durch Grippeviren hervorgerufen wird. Sie können daher auch ganz sicher sein, dass Sie Ihre Katze nicht mit Ihrer Erkältung anstecken werden, und umgekehrt. Es sind in der Hauptsache zwei Erreger, die den Katzenschnupfen hervorrufen: das Calici-Virus und das Herpes-Virus. Ist eine Katze einmal befallen, so bleibt sie oft ihr Leben lang Virusträger und bekommt es immer wieder mit laufender Nase und tränenden Augen zu tun (besonders Katzen mit platten Nasen wie Perserkatzen). In schwereren Fällen werden die Nasenschleimhäute geschädigt, so dass sich eine chronische Rhinitis einstellt. Dann verstopft sich die Nase, beim Einatmen entsteht ein Geräusch, die Katze «schnüffelt».

Neben den beiden genannten gibt es noch andere Erreger die zu milderen Formen des ziemlich weitgefassten Begriffs Katzenschnupfen führen können. Hier sind vor allem die Chlamydien zu nennen. Das sind bakterienähnlich Mikroben, die Augentränen hervorrufen und gegen die es neuerdings einen Impfstoff gibt. welcher vor allem in befallenen Katzenkolonien zur Anwendung kommt.

Katzenleukose

Glücklicherweise verfügen wir jetzt auch über einen Impfstoff gegen die Katzenleukose, eine sehr häufige und gefährliche Krankheit. Auch hier handelt es sich um eine Infektion, die zwar in jungen Jahren übertragen werden, aber lange Zeit latent bleiben und erst später zum Ausbruch kommen kann. In einer Untersuchung von etwa 6000 Seren, die 1994 in der BRD durchgeführt wurde, fand man den Erreger bei mehr als 10 Prozent der gesunden und mehr als 18 Prozent der kranken Tiere. Das Virus führt zu folgenden vier Krankheitsbildern:

–         Schwere, mitunter tödlich verlaufende Anämie

–         Unfruchtbarkeit

–         Schädigung des Immunsystems mit erhöhter Anfälligkeit für Se­kundärinfektionen

–         Ausbildung von Tumoren, insbesondere Lymphosarkomen, einer Krebserkrankung der weißen Blutkörperchen

Aufgrund der besonderen Wirkungsweise der Leukämieviren ist die tumoröse Entartung der weißen Blutkörperchen die häufigste Tumorerkrankung. Bei vielen Katzen entwickelt sie sich erst im Alter, und das Virus ist oft im Blut nicht mehr nachweisbar, sondern hat sich mit der genetischen Substanz der Zellen verbunden. Auf diese Weise besteht die Gefahr, dass es an nachfolgende Generationen weitergegeben wird. Allerdings ist zu hoffen, dass möglichst flächendeckende Impfungen das Auftreten dieser Krankheit weitgehend eindämmen werden.


Felines Immunschwäche-Virus

Obwohl Viren die einfachste Form von Leben überhaupt sind, ist es leider äußerst schwierig, sie zu bekämpfen, da sie die Fähigkeit besitzen, sich zu verändern und ganz schnell neue Formen zu entwickeln. Kaum hatte die Wissenschaft einen Impfstoff gegen den Erreger der Katzenleukose gefunden, so sah sie sich schon einem neuen Virus gegenüber: dem Erreger der Katzenimmunschwäche, vergleichbar dem AIDS-Erreger. Dieser Neuling hat es in kurzer Zeit geschafft, sich in unserer Katzenpopulation so weit durchzusetzen, dass er ebenso häufig vorkommt wie das Leukosevirus. Er schädigt das Immunsystem, was sich, genau wie bei AIDS, auf die verschiedensten Weisen auswirken kann. Die Katze verliert an Widerstandskraft und erkrankt an Sekundärinfektionen, die sie normalerweise kaum beeinträchtigen würden.

Es gibt gegenwärtig noch keinen Impfstoff gegen den neuen Erreger. Da die Katze als Modell für die Bekämpfung auch der menschlichen Form dieser Krankheit dienen kann, sind intensive Forschungen im Gange in der Hoffnung, mit dem Gewinn eines Impfstoffs für Katzen auch einer AIDS-Impfung näher zu kommen. Die Tierärztliche Hochschule Glasgow verdankt ihre führende Rolle in der AIDS-Forschung Großbritanniens nichts anderem als dem Umstand, dass sie ursprünglich an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Katzenleukose und Katzenimmunschwäche gearbeitet hatte. Im Übrigen sind auch diese Krankheiten nicht auf den Menschen übertragbar.

 

Feline Infektiöse Peritonitis
(FIP, ansteckende Bauchwassersucht)

Die ansteckende Bauchwassersucht ist eine virale Infektionskrankheit, gegen die es leider noch kein Mittel gibt. Nach bisherigem Wissensstand infiziert das Virus zunächst den Magen-Darm-Trakt und kann dort eine Durchfallerkrankung auslösen, in einigen Fällen verändert sich die genetische Information des Virus, und es kann jetzt auch andere Zellen des Körpers infizieren und FIP auslösen. Es erkranken meist entweder junge oder alte Katzen. Die sogenannte trockene Verlaufsform ist eher unspezifisch mit Fieber, reduziertem Allgemeinbefinden, Entzündung der Augen, Veränderungen an Nie­ren und Entzündung der Hirnhäute. Die häufigere nasse Form geht ebenfalls mit unspezifischen Veränderungen wie Fieber und Mattigkeit einher, ihr typisches Kennzeichen jedoch ist eine zunehmende Umfangsvermehrung des Bauches hei gleichzeitiger Abmagerung, indem sich freie, eiweißhaltige Flüssigkeit im Bauchraum ansammelt. Es ist seit kurzem eine Impfung gegen FIP erhältlich, die jedoch noch nicht ganz befriedigend ist.


Toxoplasmose

Bei der Katze kann die Toxoplasmose völlig unerkannt als Darmerkrankung ablaufen, bei der für Tiere und Menschen infektiöse Stoffe (Zysten) über eine kurze Zeitspanne (einige Wochen) mit dem Kot ausgeschieden werden. Der häufigere Infektionsweg aber geht über die Aufnahme von rohem Fleisch, in dem sich Toxoplasmosezysten befinden können (beim Menschen meist Schweinehackfleisch, bei der Katze Beutetiere). Bekommt die Katze niemals rohes Fleisch und hat keinen Kontakt zu Ausscheidungen anderer Katzen, dann wird sie nicht infiziert. Auch dies ist ein Grund, Katzenkot hygienisch zu beseitigen. Der Erreger der Toxoplasmose (Toxoplasma Gondii) ist ein einzelliges Lebewesen, das sich in den Körperzellen höherer Tiere vermehrt und durch die Zerstörung der befallenen Zellen eine Erkrankung erzeugt. Bemerkenswert ist die geringe Wirtsspezifizität von Toxoplasma – das bedeutet, dass außer Wildtieren sämtliche Haustiere und sogar der Mensch mit Toxoplasma infiziert werden können. Trotz der häufigen Infektionen tritt eine erkennbare, schwere Toxoplasmose-Erkrankung äußerst selten auf. Beim Menschen verläuft eine Toxoplasmose-Infektion in der Regel ohne Erscheinung. Der befallene Organismus bildet Antikörper und unterdrückt damit die Krankheit. Die Toxoplasmose stellt allerdings ein erhebliches Risiko für ungeborene Kinder dar, deren Mütter erstmals während der Schwangerschaft infiziert werden. Bei Schwangeren ist deshalb eine gewisse Vorsicht im Umgang mit Katzen angebracht. Zur Sicherheit können sie einen Toxoplasmose-Antikörpertiter im Menschenserum bestimmen lassen. Darunter versteht man die maximale Verdünnung einer Blutserumprobe. bei der sich die Toxoplasmose-Antikörper gerade noch bestimmen lassen. Ein Titer von 1:100 bedeutet, dass bei der Verdünnung von 1 Teil Blutserum in 100 Teilen Verdünnungsflüssigkeit noch Antikörper nachgewiesen werden. Je höher also der Titer, um so mehr Antikörper befinden sich im Blut.
Selbst wenn der Organismus des Menschen einen hinreichend hohen Antikörpertiter hat, bleiben Toxoplasmose-Erreger als sogenannte Zysten in verschiedenen Körpergeweben bestehen. Sie können sich aber nicht mehr vermehren, das heißt, sie erzeugen keine Krankheit. Nahezu alle Menschen, die häufig Kontakt mit Tieren haben oder gern rohes Hackfleisch essen, haben einen ausreichenden Antikörpertiter gegen Toxoplasmose.

Tollwut

Die Tollwut (Lyssa) ist bekanntlich auch auf den Menschen übertragbar. Wie kommt man zu einer so furchtbaren Krankheit?  Die Ansteckung erfolgt ausschließlich über eine Speichelinfektion, wobei der Speichel des kranken Tieres in die Blutbahn gelangen muss. Das geschieht in der Regel durch Bisse, theoretisch ist es auch möglich, dass infizierter Speichel über eine kleine Wunde an der Hand in den Körper eindringt, praktisch ist das eher unwahrscheinlich.
Impfungen gegen Tollwut sind bei Katzen von der achten Lebenswoche an möglich. Bei Reisen mit der Katze ins Ausland ist die Tollwutimpfung Vorschrift, erkundigen Sie sich vorher beim Tierarzt, wie lange sie zurückliegen muss oder darf. Ein Heilmittel gegen diese äußerst seltene Krankheit gibt es nicht, weder in der Veterinärmedizin noch in der Homöopathie. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können Wochen, sogar Monate verstreichen. Tollwütige Katzen neigen mehr zur sogenannten »stillen« Wut, scheue Tiere fallen durch große Zutraulichkeit auf. Sie sind leicht erregbar, lichtscheu, wasserscheu und speicheln stark. Dann treten Schlucklähmungen auf, etwas später Lähmungen an den Beinen, später am ganzen Körper. Der Tierarzt ist verpflichtet, jede tollwütige Katze sofort einzuschläfern, was in diesem Fall wirklich eine Erlösung für das arme Tier bedeutet. Wenn die Tollwut ausnahmsweise bei der Katze nicht »still« verläuft, kann sie den Menschen, bevor die Lähmungen einsetzen, anspringen und beißen, wodurch er natürlich auch angesteckt wird.