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Katzen in der Welt – Argentinien

Argentinien ist das Land in Südamerika, das mehr Haustiere als Einwohner zählt. Acht von zehn Einwohnern haben mindestens ein Haustier. Hunde und auch Katzen werden als Familienmitglieder, als Kinder angesehen. Die Mehrheit besitzt einen Hund, lediglich 26 Prozent der Haustierbesitzer nennen eine Katze ihr eigen, wobei Rassetiere nicht sehr weit verbreitet sind. Man hat lieber einen „callejero“, eine wilde Straßenmischung, das gilt vor allem für die Hunde. Denn zu den vielen Haustieren zählen auch noch unzählige herrenlose Tiere, die die Straßen bevölkern. Für Katzen gilt Ähnliches. Neun von zehn Katzen sind Mischlinge, wenn es aber eine Rassekatze sein soll, dann kommt am häufigsten die Siamkatze vor.

Katzen werden in Argentinien sehr geschätzt

Im Gegensatz zu den Hundebesitzern sorgen Katzenbesitzer sehr viel häufiger dafür, dass ihre Lieblinge kastriert bzw. sterilisiert werden, um unkontrollierte Vermehrung zu vermeiden. Immerhin sind fast die Hälfte aller Katzen entsprechend operiert worden. Insbesondere Katzen sind sehr stark in die Familien integriert, werden von ihren Besitzern sehr geschätzt und auch geschützt. Das dürfte auch einer der Gründe dafür sein, dass man in manchen Gegenden so gut wie keine Katzen auf der Straße sieht, Hunde einem aber immer massenhaft, manchmal sogar im Rudel begegnen.

Gesundheitsprogramm für Tiere – kostenlos

Um der planlosen und ungezügelten Vermehrung zu begegnen und um die Gesundheit der Tiere in Argentinien zu fördern, gibt es ein kostenloses Kastrations- und Sterilisationsprogramm. Damit wollte die Regierung Massentötungen von streunenden Tieren begegnen. Die Tiere können zu bestimmten Zeiten in Zentren der Gemeinde für die Gesundheit von Tieren und die Kontrolle von auf den Menschen übertragbaren Krankheiten gebracht werden. Diese Aktion ist für die Besitzer der Tiere vollkommen kostenlos. Sie müssen lediglich einen Vertrag unterschreiben, dass sie sich um ihr Tier auch weiterhin kümmern. Außerdem gibt es kostenlose Anleitungen zur artgerechten Haltung von Haustieren in Form von Vorträgen während der Wartezeiten.

85.000 Kastrationen und Sterilisationen in sieben Jahren – mit Freiwilligenarbeit und staatlich finanziert

Allein im Distrikt Almirante Brown wurden in der Zeit von 2001 bis 2007 insgesamt 85.000 Tiere operiert. Das bedeutet auch 50.000 Arbeitsstunden von Volontären. Die Operationen selbst gehen sehr schnell. Ohne Vor- oder Nachbehandlung dauert die Operation bei einer Hündin fünf Minuten, bei einem Hund drei, für eine Katze werden zwei und für einen Kater eine Minute benötigt. Aber diese Zentren operieren nicht nur, sie stehen auch zur Wurmkur und für Impfungen parat. In kleineren Gemeinden wird dieses Programm ebenso durchgeführt. Dafür kommt dort dann eine mobile Einheit, zu der die Tierhalter kommen können. Das Programm gibt es noch heute in Argentinien.

Katzen in Buenos Aires

Eine Geschichte, die ich mit Katzen in Argentinien erlebt habe, ist mir noch sehr gut in Erinnerung. Ich war in Buenos Aires. Dort gibt es viele schöne Parks und wie im ganzen Land unsäglich viele streunende Hunde. Ein Park war in der Nähe des Appartements, in dem wir während unseres Aufenthaltes dort wohnten. Dieser Park wurde abends verschlossen. Eigentlich wohl zum Schutz vor Vandalismus und zum Schutz der Menschen. Der Zaun zog sich die ganze Straße entlang und war in gutem Zustand, einfach so drüberspringen oder drübersteigen war nicht möglich.

Auf unserem Nachhauseweg kamen wir an einer Stelle vorbei, an der es ziemlich laut wurde. Es hatten sich viele Hunde dort versammelt, die zum Teil wirklich aufgebracht kläfften. Wir wunderten uns schon von Weitem, was dort wohl los sein könnte. Als wir näher kamen, sahen wir es. Innerhalb des Zaunes thronten mindestens 10 bis 15 Katzen in aller Seelenruhe. Sie saßen im Gras und auf kleineren und größeren Steinen, alle mit dem Gesicht zur Straße gewandt. Ich konnte fast ihr hämisches Lachen hören. Denn keiner der Hunde konnte so nah kommen, dass er ihnen hätte Schaden zufügen können.